Counter Speech, Hate Speech und Hass im Netz — Workshops und Train-the-Trainer-Formate für NGOs, Stiftungen, Vereine und Verbände. Wissenschaftlich fundiert, praxisnah, mit eigenem Counter-Speech-Korpus und KI-Tool als didaktischem Werkzeug.
Zivilgesellschaftliche Perspektive
Wir denken Counter Speech aus der NGO-Logik: knappe Ressourcen, exponierte Themen, oft ehrenamtliche Strukturen — keine Konzern-Kommunikationsphilosophie übergestülpt.
Förderpreis-Erfahrung
Förderpreis der Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL) 2022. Hasskompass ist selbst aus geförderten Strukturen entstanden — wir kennen die Anforderungen von Demokratie-leben!, BPB und Landesförderprogrammen.
Counter-Speech-Korpus als Referenz
Über 1.200 annotierte Counter-Speech-Fälle aus realen Social-Media-Verläufen. Strategien werden nicht behauptet, sondern aus dem Korpus abgeleitet und mit echten Beispielen belegt.
KI-Tool als pädagogisches Werkzeug
Im Workshop nutzen wir den Hasskompass-Analyzer als didaktisches Tool — Severity-Skala, Counter-Speech-Vorschläge und Dog-Whistle-Erkennung live diskutieren. KI bleibt Mittel, nicht Selbstzweck.
Formate & Angebote
1/2 – 1 Tag · Mitarbeitende
NGO-Inhouse-Workshop
Halbtags- oder Tages-Workshop für eure Mitarbeitenden: Hassrede erkennen, Counter-Speech-Strategien einüben, Selbstschutz aufbauen. Inhalte werden auf euer Arbeitsfeld zugeschnitten — Geflüchtetenhilfe, queere Beratung, Klimagerechtigkeit, Antidiskriminierung, politische Bildung.
Mehrtägige Schulung, die eure Multiplikator:innen selbst zu Counter-Speech-Trainer:innen macht. Skill-Transfer mit Trainer-Manual, Methoden-Koffer und begleitendem Coaching — damit ihr nach dem Workshop eigenständig weiterarbeiten könnt.
2–3 Tage, optional gestreckt über mehrere Monate
Didaktik-Modul: Wie vermittle ich Counter Speech?
Trainer-Manual + editierbare Folien zum Mitnehmen
Begleit-Coaching nach dem ersten eigenen Einsatz
90 Min · Leitungsebene
Vorstands- und Geschäftsführungs-Briefing
90-minütiges strategisches Briefing für Vorstand, Geschäftsführung oder Leitungsteam: Wie ordne ich Hass im Netz strategisch ein? Welche Verantwortung trägt meine Organisation? Wie schütze ich exponierte Mitarbeitende? Mit klaren Handlungsempfehlungen und Krisen-Checkliste.
90 Min — kompakt, entscheidungsorientiert
Strategische Einbindung statt Tool-Schulung
Krisen-Checkliste und Eskalations-Pfade
Online oder als Inhouse-Termin
Auf Anfrage · Beratung
Material- und Methoden-Beratung
Ihr habt bereits Bildungsmaterial zu Hassrede, Counter Speech oder digitaler Zivilcourage und wollt es überprüfen, aktualisieren oder mit aktueller Forschung anreichern? Wir lesen gegen, geben strukturiertes Feedback und schlagen konkrete Updates vor — wissenschaftlich, praxisnah, format-erhaltend.
Counter Speech in der Zivilgesellschaft — Forschungsstand 2026
Counter Speech (Gegenrede) ist seit Susan Beneschs Dangerous-Speech-Project (2014–) das zentrale zivilgesellschaftliche Instrument gegen digitale Gewalt. Die Forschung der letzten Jahre — u. a. Costello (2024), Schmid et al. (2023), Bürger (2022) — hat gezeigt, dass Counter Speech in erster Linie auf die mitlesende Mehrheit (Cyberbystander) wirkt, weniger auf die hasspostende Person selbst.
Für NGOs, Stiftungen und Vereine heißt das: Gegenrede ist nicht „mit Hatern diskutieren“, sondern Norm-Setzung im öffentlichen Diskurs. Strategien wie Faktencheck, Empathie-Brücke, Solidaritätssignal, Humor und das gezielte Adressieren der schweigenden Mehrheit lassen sich gezielt trainieren und in eure Community-Management-Workflows einbauen.
Unser Workshop verbindet diesen Forschungsstand mit konkreten Beispielen aus dem eigenen Counter-Speech-Korpus (über 1.200 annotierte Fälle) — und mit Übungen, die ehrenamtliche und hauptamtliche Mitarbeitende sofort einsetzen können.
NGO + KI — wo wir Tools sinnvoll integrieren
Wir sind keine KI-Verkäufer:innen. KI gegen Hassrede funktioniert nur dort, wo Linguistik und Domain-Wissen die Modelle einrahmen — sonst entstehen Halluzinationen, Verharmlosungen oder False Positives.
In Workshops nutzen wir den Hasskompass-Analyzer als didaktisches Werkzeug: Severity-Skala live einordnen, Counter-Speech-Vorschläge gemeinsam kritisch besprechen, Dog-Whistle-Codes aus dem eigenen Wörterbuch (>40 Einträge, Henderson/McCready-Theorie) sichtbar machen.
Für NGOs lohnt sich der Einsatz vor allem in zwei Szenarien: (1) Community-Management-Teams, die täglich mit Hasskommentaren konfrontiert sind, und (2) Multiplikator:innen, die Counter Speech selbst weitervermitteln. Für andere Bereiche reicht oft das nicht-digitale Training — wir beraten ehrlich, wann sich Tool-Integration lohnt und wann nicht.
Förderfähigkeit — wie Workshops oft über Demokratie-leben! oder Landesförderprogramme bezahlt werden
Viele unserer NGO-Workshops werden nicht aus dem laufenden Etat, sondern über Förderprogramme finanziert — am häufigsten:
• Bundesprogramm „Demokratie leben!“ (BMFSFJ) — Modellprojekte, Partnerschaften für Demokratie, Kompetenzzentren
• Bundeszentrale für politische Bildung (BPB) — Maßnahmen-Förderung, Modellprojekte Medienkompetenz
• Landes-Demokratie-Programme (z. B. „Weltoffenes Sachsen“, „Demokratie und Toleranz Bayern“, „Vielfalt entscheidet NRW“)
• Stiftungs-Förderung (Amadeu-Antonio-Stiftung, Bundeszentrale, Robert-Bosch-Stiftung, regionale Stiftungen)
• EU-Programme (CERV — Citizens, Equality, Rights and Values)
Wir liefern auf Wunsch alle Bausteine, die ihr für den Förderantrag braucht: Konzept-Beschreibung, Lernziele, methodische Begründung, Trainer-Bio, Honorar-Aufstellung. Mehrere unserer bisherigen Auftraggeber haben Workshops vollständig über Demokratie-leben!-Mittel oder Landesförderung finanziert.
Häufige Fragen
Kann unser NGO-Workshop über Förderprogramme wie Demokratie-leben! finanziert werden?
Ja — viele unserer bisherigen NGO-Workshops wurden über Demokratie-leben! (BMFSFJ), BPB-Modellprojekte, Landes-Demokratie-Programme oder Stiftungs-Mittel finanziert. Wir liefern auf Wunsch alle Bausteine für den Förderantrag: Konzept-Beschreibung, Lernziele, methodische Begründung, Honorar-Aufstellung und Trainer-Bio.
Inhouse vor Ort, hybrid oder rein online — was funktioniert für NGOs am besten?
Alle drei Formate sind möglich. Inhouse vor Ort empfehlen wir, wenn aktive Methoden (Rollenspiele, Fall-Werkstatt) im Fokus stehen — Gruppendynamik trägt hier viel. Online funktioniert sehr gut für 90-Minuten-Briefings, Vorstands-Termine und verteilte Teams. Hybrid (vor Ort + Zuschaltung) klappt mit kleinen Gruppen bis ca. 25 Personen.
Bekommen die Teilnehmenden Material zum Weiterarbeiten?
Ja. Jeder Workshop endet mit einem Handout (PDF) mit den wichtigsten Strategien, Beispielen, Quellen und Links. Bei Train-the-Trainer-Formaten gibt es zusätzlich ein editierbares Trainer-Manual und Folien zum Mitnehmen — damit ihr eigenständig weiterarbeiten könnt.
Lohnt sich ein mehrtägiges Format oder reicht ein einmaliger Workshop?
Für Mitarbeitenden-Schulungen reicht oft ein halber bis ganzer Tag. Für Multiplikator:innen-Aufbau (Train-the-Trainer) empfehlen wir mindestens 2 Tage, idealerweise gestreckt über zwei Monate mit Zwischen-Coaching. Effektivität von Counter-Speech-Trainings steigt mit der Tiefe — punktuelle 90-Minuten-Impulse sind eher für Sensibilisierung sinnvoll.
Was kostet ein NGO-Workshop konkret?
Honorare variieren nach Format, Reise und Aufwand. Gemeinnützige Träger erhalten einen reduzierten Tarif. Richtwert: halbtags ab ca. 800 € netto zzgl. Reise, ganztägig ab ca. 1.500 € netto, mehrtägige Train-the-Trainer-Formate auf Anfrage. Konkretes Angebot innerhalb 48 h nach Kontakt-Mail.