Hass im Netz für Verwaltung, Behörde & Kommune — rechtssicher, partnerschaftlich, praxisnah
Verwaltungsmitarbeitende, Sozialdienste und Behördenleitungen stehen seit 2024 im Fokus digitaler Gewalt — von Beleidigung am Schalter bis zur koordinierten Online-Kampagne gegen exponierte Stellen. Wir schulen rechtssicher, DSA-konform und mit der Erfahrung aus Landesbehörden und Kommunalverwaltungen.
Rechtsstaatliche Perspektive
Wir trainieren mit der Verwaltung, nicht gegen sie. Klare juristische Einordnung statt Aktivismus.
Peer-reviewed Methodik
Promotionsprojekt zu Counter-Speech in Interaktion, Routledge-Buchkapitel, eigener annotierter Korpus mit über 1.200 Fällen.
Erfahrung mit Landesbehörden
Workshops mit kommunalen und Landes-Einrichtungen seit 2019 — wir kennen Verwaltungssprache, Geschäftsverteilung und Personalratsthemen.
Datenschutz- und beamtenrechtskonform
AVV-fähig, DSGVO-konform, mit klarem Blick auf Fürsorgepflicht des Dienstherrn nach § 45 BeamtStG.
Formate & Angebote
1 Tag · Inhouse
Inhouse-Schulung Behörde
Schulung für Mitarbeitende mit direktem Bürger:innen-Kontakt: Was ist Hassrede strafrechtlich (§ 185, § 130 StGB), was sind Codes der Rechten, wann melde ich worüber wohin? Mit Fallbeispielen aus realen Behördenkontexten und konkreten Handlungsleitfäden.
Meldewege (intern und extern), zentrale Meldestelle BKA
Selbstschutz und kollegialer Schutz
90 Min · online oder Inhouse
Rechts-Update DSA + NetzDG
Kompakt-Briefing für Rechtsabteilungen, IT, Datenschutz: Was hat sich mit dem Digital Services Act (Februar 2024) für deutsche Verwaltungen geändert? Wann muss eine Behörde melden, wann eine Plattform — und was passiert mit dem alten NetzDG?
DSA-Pflichten für Behörden im Bürgerkontakt
Trusted-Flagger-Status: für wen sinnvoll?
Datenschutz-Konformität bei Hass-Dokumentation
Zusammenspiel mit zentraler Meldestelle BKA
Halbtags · 3 bis 4 h
Schutzkonzept-Workshop
Halbtags-Workshop für Personalverantwortliche: Aufbau eines Schutzkonzepts für exponierte Stellen (Bürgermeister:in, Pressestelle, Jugendamt). Krisen-Playbook, Eskalationsstufen, Vorlagen für Strafanzeige und Hassrede-Dokumentation.
Risiko-Mapping: welche Stellen sind besonders exponiert?
Eskalationsstufen und Verantwortlichkeiten klar definieren
Halbtags-Schulung für Jugendamt, Familienberatung, Schulsozialarbeit: Wie reagiere ich, wenn Klient:innen Hate Speech und digitale Gewalt erleben? Wie spreche ich Cybermobbing in Beratungssituationen an? Methodik aus der Counter-Speech-Forschung, angewandt auf Sozialdienst-Settings.
Erkennen: Cybermobbing-Dynamiken, Doxing, Sextortion bei Jugendlichen
Beratung: trauma-sensible Gesprächsführung
Counter-Speech-Strategien für Multiplikator:innen
Vernetzung mit Polizei, Schule, Plattform-Meldewegen
Workshop für Verwaltung anfragen
Jedes Angebot wird auf Zielgruppe, Vorwissen und Format abgestimmt. Schreib uns kurz Anliegen und Termin-Wunsch, wir melden uns innerhalb von 48 h.
Mit dem Digital Services Act (DSA), seit 17. Februar 2024 in voller Wirkung, hat die EU das alte NetzDG-Regime abgelöst. Für deutsche Verwaltungen heißt das konkret:
• Plattformen müssen Hass-Meldungen schneller bearbeiten — die alten NetzDG-Fristen (24 h für offensichtlich rechtswidrig, 7 Tage sonst) gelten so nicht mehr, stattdessen kommt der DSA-Standard expeditiously.
• Behörden können sich um den Status als Trusted Flagger bewerben. Wer diesen Status hat, dessen Meldungen werden bevorzugt behandelt — sinnvoll für Polizei, BKA, aber auch große kommunale Stellen.
• Die alte NetzDG-Meldepflicht entfällt; stattdessen muss die zentrale Meldestelle für Hasskriminalität beim BKA bedient werden.
• Datenschutz: Hass-Dokumentation in der Verwaltung muss DSGVO-konform geschehen — Screenshots mit personenbezogenen Daten gehören in ein verschlüsseltes Verzeichnis, nicht in den Outlook-Posteingang.
Im Rechts-Update gehen wir den DSA mit aktuellen Fällen durch und arbeiten heraus, wo Ihre Behörde Anpassungsbedarf hat — von der Geschäftsordnung bis zum Aktenplan.
Hass gegen Verwaltungsmitarbeitende — die unsichtbare Krise
Studien des Deutschen Beamtenbunds (2024) und des Difu (2025) zeigen: Knapp jede:r dritte Verwaltungsmitarbeiter:in mit Bürgerkontakt hat in den letzten zwei Jahren digitale Gewalt erlebt — von der wütenden E-Mail über koordinierte Bewertungs-Bombs auf Google-Maps bis zu Doxing-Versuchen.
Besonders betroffen sind:
• Bauämter (Konflikte um Windkraft, Heizungsgesetz, Migrationsunterkünfte)
• Jugend- und Ordnungsämter (Sorgerechts-Entscheidungen, Bußgelder)
• Bürgermeister:innen kleiner Kommunen (s. unsere Sub-Page zur Kommunalpolitik)
• Pressestellen während Krisen
Die Folge: hoher Krankenstand, frühe Pensionierungen, Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung. Schutzkonzepte sind daher nicht nur eine Frage des Mitarbeiterschutzes — sie sind Standortpolitik.
Unsere Schulungen verbinden drei Ebenen: rechtliche Klarheit (was ist strafbar, was nicht), kommunikative Kompetenz (Counter Speech in Bürgerkontakten) und systemischer Schutz (Schutzkonzepte, Schichtdienst-Lösungen, kollegialer Rückhalt).
Schutzkonzepte für exponierte Stellen
Bürgermeister:innen, Landrät:innen, Behördenleitungen, Pressesprecher:innen — wer sichtbar ist, wird zur Zielscheibe. Ein gutes Schutzkonzept folgt fünf Bausteinen:
1) Risiko-Mapping
Welche Stellen in der Verwaltung sind aufgrund ihrer Funktion besonders exponiert? Was sind realistische Szenarien (Drohbrief, Doxing, Online-Kampagne, Stalking)?
2) Prävention (digital und physisch)
Privatadresse aus öffentlichen Verzeichnissen entfernen lassen, Social-Media-Hygiene, sichere Kommunikationswege für sensible Themen.
3) Eskalationsstufen
Was passiert bei Stufe 1 (vereinzelte Beleidigungen) vs. Stufe 4 (koordinierte Kampagne)? Wer entscheidet, wer kommuniziert, wer schaltet die Polizei ein?
4) Vorlagen-Set
Hass-Doku-Formular, Strafanzeige-Vorlage, Pressestatement-Bausteine, Mitarbeiter-Information.
5) Nachsorge
Psychologische Unterstützung, kollegiale Beratung, Reflexion und Lessons Learned nach jedem Vorfall.
Wir gehen mit Ihrer Personalabteilung und ggf. Pressestelle alle fünf Bausteine durch — und Sie verlassen den Workshop mit einem konkreten Schutzkonzept, nicht mit einer Theorie.
Häufige Fragen
Gibt es eine Förderung über das Land oder den Bund für unsere Schulung?
Ja, je nach Bundesland und Trägerschaft kommen verschiedene Programme infrage — z. B. Demokratie leben (BMFSFJ), Landeszentralen für politische Bildung, kommunale Präventionsräte. Wir beraten gerne, welche Fördermöglichkeiten in Ihrem Fall realistisch sind, und stellen die nötigen Inhalts- und Methoden-Beschreibungen für den Antrag bereit.
Online, Hybrid oder Vor-Ort — was funktioniert für Verwaltungen am besten?
Hybrid-Formate funktionieren in Verwaltungen erfahrungsgemäß sehr gut: ein halber Tag Vor-Ort für Beziehungsaufbau und Rollenspiele, plus ein 90-Min-Online-Modul vier Wochen später als Transfer-Workshop. Für reine Online-Formate nutzen wir BigBlueButton oder Webex (DSGVO-konform), nicht Zoom-US.
Wie ist der Datenschutz geregelt, wenn ihr mit echten Fällen aus unserer Behörde arbeitet?
Wir schließen vor jedem Workshop eine Auftragsverarbeitungs-Vereinbarung (AVV) nach Art. 28 DSGVO mit dem Träger. Konkrete Fälle werden anonymisiert oder pseudonymisiert besprochen, Screenshots vorab redaktionell bereinigt. Keine Inhalte verlassen den Workshop ohne Freigabe der Behördenleitung.
Beamten-Rechtliche Aspekte (Fürsorgepflicht, Verschwiegenheit) — wie geht ihr damit um?
Wir kennen § 45 BeamtStG (Fürsorgepflicht des Dienstherrn) und § 37 BeamtStG (Verschwiegenheitspflicht). Die Workshops sind so aufgebaut, dass Teilnehmende keine dienstlichen Geheimnisse preisgeben müssen, um Praxisbezug zu schaffen. Wir liefern den methodischen Rahmen, ihr füllt ihn mit eigenen Beispielen — oder mit unseren anonymisierten Standard-Fällen.
Was kostet eine Schulung für die Verwaltung?
Preise hängen von Format, Teilnehmendenzahl, Reise und gewünschten Vorlagen ab. Kommunen und gemeinnützige Träger erhalten einen reduzierten Tarif. Für ein konkretes Angebot reicht eine kurze Anfrage mit Anliegen, Teilnehmerzahl und Wunsch-Termin — wir melden uns innerhalb von 48 Stunden zurück.